Darum ist kognitives Training in der Ergotherapie so wichtig

Eine Ergotherapeutin macht mit einer Patienten Gedächtnistraining

Kognitives Training ist ein wichtiger Bestandteil in der Ergotherapie. Auf welche Weise unterstützen kognitive Übungen Patient:innen in ihrem Alltag?

Die Bedeutung des kognitiven Trainings in der Ergotherapie

Ergotherapeut:innen setzen kognitive Übungsprogramme, Hirnleistungstrainings (HLT), Denkspiele und Gedächtnistrainings zur gezielten Therapie von geriatrischen und neurologischen Erkrankungen ein.

Oftmals geht es um die gezielte Förderung bzw. den Erhalt geistiger und kognitiver Fähigkeiten, insbesondere von Senioren. Denn gerade bei älteren Menschen lassen Merkfähigkeit und Auffassungsgabe häufig nach.

In der Ergotherapie werden mittels kognitivem Training alle Gedächtnisfunktionen trainiert und verbessert: Aufmerksamkeit und Konzentration, Wahrnehmung, Informationsverarbeitung, Merkfähigkeit und Gedächtnis, Denken, Handlungsplanung, zeitliche und räumliche Orientierung, Sprache. (Quelle: ergo-moehringen.de)

Welche kognitiven Einschränkungen treten bei Senioren häufig auf?

Für ältere Menschen ist es besonders wichtig, im Alltag selbstständig und handlungsfähig zu sein. Neben körperlicher Fitness spielt die Gedächtnisleistung hierbei eine zentrale Rolle. Denn sie beeinflusst direkt, wie gut wir uns durch den Tag bewegen können, geistig wie physisch.

Das betrifft zum Beispiel:

  • Dinge sortieren und ordnen
  • Termine merken
  • Eine Tagesstruktur haben und wiederholen
  • Zeitdruck aushalten
  • Zeit empfinden
  • Ich-Wahrnehmung
  • und vieles mehr.

Welche Alltagsschwierigkeiten bringt das mit sich?

Lässt die Merkfähigkeit im Alter oder nach Krankheit nach, kann das verschiedene Einschränkungen und Schwierigkeiten für die Betroffenen im Alltag bedeuten, zum Beispiel:

  • Negative Gefühle wie Scham, Überforderung
  • Depression
  • Negativspirale
  • Insbesondere soziale Faktoren – Isolation
  • Handlungsfähigkeit und Selbständigkeit
  • Mögliche Pflegebedürftigkeit
  • Gefahren des Alltags

Genau hier setzt das kognitive Training in der Ergotherapie mit verschiedensten kognitiven Übungsprogrammen an. Daher sind Senioren eine wichtige Patient:innen-Gruppe in der ergotherapeutischen Behandlung.

Warum ist das kognitive Training in der Ergotherapie so wichtig?

Eine wichtige Aufgabe der Ergotherapie ist es, Patient:innen in ihrer Alltagfähigkeit zu fördern. Kognitives Training kann jedoch auch weitere Auswirkungen einer gestörten Hirnleistungsfähigkeit reduzieren bzw. positive Entwicklungen der Gehirnfunktion fördern:

  • Vermeidung von Pflegebedürftigkeit
  • Vermeidung von Abhängigkeiten
  • Autonomie & Sicherheit statt Skepsis und Unsicherheit
  • Soziales Leben und Teilhabe

Zur Behandlung von Gedächtnis- und Konzentrationsproblemen verwenden Ergotherapeut:innen wie Heike Christmann von der „Praxis für Handtherapie und Ergotherapie“ unter anderem folgende Methoden:

Ergotherapeutisches kognitives Training

  • Papier-Stiftaufgaben mit spezifischen Trainingsinhalten
  • Planungs- und Problemlöseaufgaben unterschiedlicher Schweregrade
  • Neurotraining nach V. Schweizer, Neurovitalis u.a.
  • Computergestützes Training
  • personenzentriertes Alltagstraining, Angehörigenberatung

Da wir von Neofect mit dem Cognition (hier geht es zur Produktseite) ebenfalls ein digitales Therapiesystem zum Trainieren kognitiver Fähigkeiten anbieten, möchten wir uns im Folgenden kurz den Vorteilen des computergestützten Trainings widmen.

7 Vorteile des computergestützten kognitiven Trainings

  1. Digitale Hirnleistungstrainer sind schnell verfügbar und somit auch arbeitserleichternd im Alltag für Therapeut:innen
  2. Computergestütztes Training ist modern, frisch und bunt. Es bietet daher eine gute Abwechslung und Ergänzung zu konventionellen kognitiven Trainings.
  3. Dank integrierter Datenerfassung lassen sich Ergebnisse messen und statistisch auswerten.
  4. Digitale Programme bieten individuelle und variable Einstellungen, z.B. verschiedene Schwierigkeitsstufen oder Komplexitätsgrade.
  5. Computergestütztes Gedächtnistraining kann neue Ideen und Kombinationsmöglichkeiten bieten.
  6. Digitale Trainingsprogramme geben auditiv-visuelles Feedback und sichern somit die Objektivität
  7. Dank 3D-Animationen und Touchscreen wie beim Cognition kann eine direkte Interaktion beim Üben (mittels Arm & Hand) herbeigeführt werden

Geistig fit im Alter: Übungen außerhalb der Ergotherapie

Was können Senioren außerhalb der Ergotherapie tun, um im Alter geistig fit zu bleiben? Experten empfehlen verschiedene Aktivitäten, die auf den Erhalt der mentalen, aber auch körperlichen Gesundheit abzielen, da sportliche Tätigkeiten über das Herz-Kreislauf-System die Sauerstoffzufuhr im Gehirn verbessern.

Beispiele für Übungen außerhalb der Ergotherapie sind:

  • Ein Musikinstrument lernen
  • Schach oder andere Brettspiele spielen
  • Kartenspiele wie Skat oder Mau-Mau
  • Memory oder Bildersuchspiele
  • Einkaufen gehen und sich kleinere Dinge ohne Notizen merken
  • Alltagsgegenstände Zuhause öfters umstellen
  • Kreuzworträtsel und Sudoku in den Alltag einbauen
  • Mindestens 20 Minuten täglich spazieren gehen
  • Regelmäßiger Sport wie laufen, walken, Radfahren, schwimmen
  • Eine Fremdsprache lernen

Ein weiterer positiver Nebeneffekt der meisten Tätigkeiten und Übungen ist, dass viele in Gesellschaft ausgeführt werden können – somit wird der Isolation im Alter vorgebeugt und gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht.

Lesetipp
Hier gibt es einen spannenden Artikel mit weiterführenden Informationen von „Planet Wissen“.

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